Über mich?Gibt's was zu berichten über mich? Kindheit: Ich bin geboren am 30. Juli 1955 in Geilenkirchen, einer kleinen Stadt nördlich von Aachen, nahe an der niederländischen Grenze. Die ersten 13 Lebensjahre verbrachte ich in eben diesem Geilenkirchen, in einem Haus, das kirchliches Eigentum war und umrahmt von (katholischem) Jugendheim, Wohnung des Küsters, Pfarrhaus, dann Pfarrbibliothek, Kirche mit Friedhof, einem Hotel - alles um einen Platz arrangiert ... Auch nicht weit waren Stadtverwaltung, Kindergarten, Krankenhaus - alles in Wurfentfernung. Als ich 13 war, beschloss die Kirchengemeinde, dass man das Haus für andere Zwecke nötig habe; meine Eltern mussten also was Neues suchen - wir zogen nach Beggendorf, ein wie der Name schon sagt, Dorf, mit ein paar hundert Einwohnern, einer Kirche (natürlich), zwei oder drei Kneipen, einem Bäcker (sonst noch was?) - der einzige Anspruch auf Ruhm war eine Erwähnung des Orts zu Zeiten Karls des Großen ... Wir waren neun Kinder - ja, tatsächlich. Und - um einen Uralt-Kalauer aufzuwärmen - wir hießen alle Maria, bis auf Anton, der hieß Heinrich! Als gute Katholiken hatten wir tatsächlich alle als zweiten oder dritten Vornamen "Maria", nur bei Anton (Toni) war's vergessen worden. Nach Volksschule (in GK natürlich) besuchte ich erst die Realschule (ebendort) und schließlich das Steyler Aufbaugymnasium "Loherhof", etwas außerhalb der Stadt gelegen, vom Steyler Missionsorden betrieben und eigentliche eine "Kaderschmiede" für den Priesternachwuchs, mit angegliedertem Internat und einem landwirtschaftlichen Betrieb. Zu meiner Zeit war aber fast kein Mitschüler mehr auf ein Priesterstudium ausgerichtet. Ziemlich bald nach dem Abitur suchte ich das Weite - also eigentlich suchte das Weite eher mich, in Form der Bundeswehr, die mich zum ersten Juli 1974 nach Wanne-Eickel einlud. Von da ging's mit der Bundesbahn auf die schöne Insel Sylt, zur Grundausbildung. Nach sechs Wochen landete ich auf einem der beiden Beton-Flugzeugträger der deutschen Marine - in Tarp/Eggebek bei Flensburg. Da blieb ich dann bis Mitte September 1975, es war eine Zeit mit ein paar schönen Momenten, viel Ärger über Kommissköppe, viel Langeweile - und der Gelegenheit für mich, mir Gedanken über meinen weiteren Werdegang zu machen. Nach diesem Ausflug nach Norden strebte ich mehr nach Süden: Es wurde Germersheim, in der Pfalz, am Rhein, irgendwo zwischen Ludwigshafen und Karlsruhe, Oktober 1975. Dort wurde ich zum Diplom-Übersetzer ausgebildet, lernte aber in der Hauptsache Studentenleben, eine reichhaltige Kneipenlandschaft und meine künftige Frau kennen. Nach drei oder vier erfolglosen Bewerbungen erinnerte ich mich erstens an eine Empfehlung eines Dozenten (Bundessprachenamt in Hürth) und fand zweitens eine Anzeige eines kleinen Übersetzungsbüros in Köln; zwei Bewerbungen, und zwei Zusagen! Meine Absetzbewegung führte mich wieder zur Bundeswehr, aber als Zivilist! Diesmal schickte man mich zum Luftwaffenamt in Köln-Porz, auf der "schäl Sick". Das war ein ziemlicher Höllentrip: miserable Arbeitsbedingungen, Ausstattung gleich Null, und ein Chef, der jeden Misanthropen-Wettbewerb gewonnen hätte (zum Glück aber auch nicht der Intelligenteste war). Mittlerweile (schon im Juni 1981) hatte ich geheiratet (Margrit, eine Mitstudentin aus Germersheim) und 1984 wurde unser erstes Kind geboren, ein Sohn, den wir Julius Dominik nannten, und der von Geburt aus ein waschechter Kölner ist! (Merkt man nicht so auf den ersten Blick.) 1983 schickte mir ein Freund Bewerbungsunterlagen für einen Übersetzerposten beim Europäischen Parlament in Luxemburg; das Ganze dauerte mit schriftlicher und mündlicher Prüfung, Auswahlliste usw. über anderthalb Jahre. Schließlich trat ich am 1. April (kein Scherz!) 1985 meinen Posten in der deutschen Übersetzungsabteilung der Europäischen Kommission an (ja, ja, das Parlament hatte mich in einer speziellen Form modernen Menschenhandels an die Kommission abgegeben). Wiederholte Fluchtversuche wurden vereitelt, und so friste ich nunmehr schon seit 20 Jahren mein Dasein als EU-Beamter (ja, auch das noch!) in Luxemburg. Im richtigen Leben ist auch Einiges geschehen: 1988 gesellte sich eine Tochter zur Familie (Marie-Thérèse). Alle diese Aktivitäten habe ich mittlerweile wieder aufgegeben. Statt dessen bin ich seit einem guten Jahr damit beschäftigt, einen Kegelverein zu organisieren - eigentlich kein richtiger Verein, eher eine Gruppe von meistens zehn oder zwölf Kollegen, die sich einmal im Monat treffen und einige Runden Kegeln; alles, was einen echten deutschen Kegelverein ausmacht, fehlt noch. Aber wer weiß? Margrit hat vor gut zehn Jahren eine Ausbildung bei der Gesellschaft für Gesundheitsberatung in Lahnstein (damals noch unter Leitung von Dr. Bruker) absolviert, später hat sie erst einen anderthalbjährigen Homöopathie-Kurs besucht und in den letzten zwei Jahren die Ausbildung zur Heilpraktikerin überstanden; im November 2004 hat sie die "Heilpraktiker-Überprüfung bestanden! Julius hat nach einem ziemlich guten Abitur an der Europaschule in Luxemburg (hier lernt man ab dem ersten Schuljahr schon eine Fremdsprache, und das bei Muttersprachlern - für ihn war die Wahl Englisch) im Oktober 2003 das Studium der Physik in Exeter in Südwestengland aufgenommen. Marie muss noch bis 2006 auf der Europaschule aushalten - ihre Stärke ist die Sprache (und sind die Sprachen); neben Französisch (eher ungern) lernt sie Englisch (mit Begeisterung), Latein (auch mit Freude, leider jetzt vorbei) und Spanisch (mit noch größerer Begeisterung). |