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Erläuterungen: In der Regel bedeutet eine geschlossene Brutnestanlage gesunde und vitale Brut. Kranke Brutzellen werden von den Bienen entfernt. Dadurch entstehen Brutlücken. Im Vordergrund aller sichtbaren Brutkrankheiten steht die Kalkbrut, ein Pilzbefall, der sofort durch die weißen Mumien im Bodenbrett und am Flugloch ersichtlich wird. Auch Sackbrut (Virus) tritt gelegentlich auf. Die Ausgangssituation ist vergleichbar wie unter 1). So gibt es beispielsweise kaum ein Bienenvolk, in dem man unter extremsten Bedingungen (z. B. während der Frühjahrsentwicklung bei extremen Kälterückschlägen und Nahrungsmangel im April, oder bei anderen Stressfaktoren) nicht einzelne Kalkbrutmumien finden würde.
Brutlücken entstehen aber nicht nur durch Brutkrankheit, sondern genauso bei Inzucht, durch gleiche Sexallele sowie durch schwer definierbare Letalfaktoren. Da beides unter Praxisbedingungen kaum voneinander zu unterscheiden ist, können nur sichtbare Brutfehler in die Bewertung einfließen.
Ein Problem stellt sich bezüglich Varroatose: eines der sinnvollsten Auslesekriterien besteht im Ausräumverhalten der befallenen Brutzellen. Auch dadurch wird das Brutbild löcherig. Man muss folglich den Varroabefall bei der Brut - Beurteilung in Betracht ziehen, ganz besonders bei fortgeschrittener Jahreszeit (erhöhtem Befallsgrad).
Bewertung: Die Bewertung der Brutnestanlage erfolgt daher logischerweise im Frühjahr bis Sommer, in Phasen der höchsten Brutausdehnung. Die Höchstnote kann nur vergeben werden, wenn auch während kritischer Phasen keinerlei Brutkrankheiten sichtbar sind. Deklassiert wird sofort, wenn bei normal guten Wetter- und Trachtperioden deutliche Brutdefekte sichtbar sind. Bei Reinzucht und Inzucht finden sich gelegentlich Brutnestbereiche, wo die entwickelte schlüpfreife Brut nicht schlüpffähig ist. Auch hier erfolgt ein Abzug. Im Hochsommer, bei steigendem Varroadruck ist die Beurteilung aus oben erwähnten Gründen schwierig.
Zuchtziel: Wie oben, keine sichtbaren Anzeichen von Brutkrankheit. Ausräumen der Zellen bei Schädlingsbefall (Varroa).
Aktueller Stand:
Die Buckfast überbrückte ihre einst mäßige Resistenz gegenüber Brutdefekten verschiedener Art durch ihre großen Volksstärken. Innerhalb der vergangenen 5 Jahre haben wir eine deutliche Verbesserung in der Kalkbrutanfälligkeit erzielt, ohne Anspruch auf Perfektion. Eine Reihe von Kreuzungen sind diesbezüglich der Buckfast überlegen. Heute befinden sich unsere Buckfastzuchten auf dem gleich hohen Stand wie namhafte Carnicaherkünfte.
3) Sanftmut
Erläuterungen Mit Recht gilt in unsrer Zeit die Sanftmut als eines der wichtigsten Zuchtziele überhaupt. Das Extrem an Stechlust findet man in Kreuzungen von iberischen oder südfranzösischen Bienen mit der Carnica (alles europäische Bienen). Ob Südamerikanische Bienen (Scutellata und Iberica) noch stechlustiger sind, sei dahingestellt, Afrikanische Bienen sind es nicht.
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