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Tipps und Tricks zur praktischen Zuchtarbeit

Paul Jungels


Auslese, vor allem auch auf die Zuchtziele Vitalität, Leistung und Krankheitsresistenz hin, gehören zu den unumgänglichen Notwendigkeiten der heutigen Imkerei. Tatsächlich wird die Wichtigkeit der Züchtung  unserer Honigbienen heute von keiner ernst zunehmenden Seite mehr bestritten.

Ein wesentlicher Faktor bei der Züchtung von Honigbienen stellt die Paarungskontrolle dar. Der zu erwartende Erfolg einer jeden Züchtung steht in direktem Zusammenhang mit dem präzisen Zusammenfügen auserwählter Elterntiere. Die Paarungen im freien Flug sind bei der Honigbiene jedoch in den seltensten Fällen kontrollierbar. Sichere Belegstellen stehen in unseren Breiten keine zur Verfügung. In der praktischen Bienenzüchtung nimmt daher die instrumentelle Besamung einen immer wichtigeren Platz ein. Die instrumentelle Besamung wird in unserem Betrieb seit 1982 durchgeführt. Unsere eigene Zucht wird seit 1984 ununterbrochen über instrumentelle Besamung geführt. In lockerer Folge einige technische Details sowie etliche praktische Tipps, welche die Arbeit erleichtern.


1) Aufzucht der Drohnen

Die Bereitstellung von ausreichend geschlechtsreifen Drohnen stellt eines der größten Probleme dar. Viele ansonsten gut vorbereitete Besamungsaktionen scheitern letztlich, weil am Besamungstermin alle möglichen Drohnen verfügbar sind, aber keine oder ungenügend geschlechtsreife Drohnen in den vorgesehenen Drohnenspendervölker zu finden sind. Allgemein bekannt ist, dass sich die Drohnen auf dem Stand sehr stark verfliegen. Man kann also nicht beliebige Drohnen an den Fluglöchern der vorgesehenen Völker einfach abfangen. Der Misserfolg der Zucht wäre vorprogrammiert, weil man nicht das zusammenbringt, was eigentlich vorgesehen war. Zwei Methoden erwiesen sich als gut praktikabel:


1.1 -Drohnenstand

Sollen während der ganzen Zuchtsaison mit den Drohnen einer bestimmten Zuchtlinie Königinnen angepaart werden, so empfiehlt es sich, diese Völker auf einem speziell hierfür vorgesehenen und reservierten Stand zusammen zu stellen. Wegen der Inzuchtgefahr sowie der immer gegebenen Gefahr eines Fehlgriffes, sollten 6 Völker als absolutes Minimum angesehen werden. Königinnen welche mit dem Sperma nur eines Drohnenvolkes besamt werden, sind kaum vollwertig, sie können nachher nicht



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